Wie man einen Diktator bekocht: Saddam Hussein, Idi Amin, Enver Hoxha, Fidel Castro und Pol Pot durch die Augen ihrer Köche - Brajti
Wie man einen Diktator bekocht: Saddam Hussein, Idi Amin, Enver Hoxha, Fidel Castro und Pol Pot durch die Augen ihrer Köche

Wie man einen Diktator bekocht: Saddam Hussein, Idi Amin, Enver Hoxha, Fidel Castro und Pol Pot durch die Augen ihrer Köche

von: Witold Szabłowski

4.20(4786 Bewertungen)

Witold Szabłowski bereist kriegsgebeutelte Länder, um die schwer fassbaren Leibköche von fünf berüchtigten Diktatoren zu finden, angetrieben von einer brennenden Neugier: Was aßen Tyrannen, während ihr Volk litt? Während Szabłowski sich bei würzigen Suppen und gegrilltem Fleisch niederlässt, entlockt er die rohen, intimen Geschichten hinter Saddams Abendessen und Pol Pots Reisschalen und drängt dabei über Angst und Geheimhaltung hinaus.

Doch mit jedem Gespräch steht er vor der erschreckenden Herausforderung—Kann jemand dem Bösen wirklich dienen, ohne mitschuldig zu werden? Eingetaucht in diese Küchen, muss Szabłowski sich der unbequemen Wahrheit stellen, wie gewöhnliche Menschen außergewöhnliche Regime überleben, und uns fragen lassen: Wo endet das Überleben und wo beginnt die Verantwortung?

Hinzugefügt am 06/10/2025Goodreads
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"Einen Tyrannen zu nähren bedeutet, Zeuge zu werden, wie die Geschichte in einem Topf köchelt, wo Furcht jede Speise würzt und Stille der Preis des Überlebens ist."

Schauen wir mal genauer hin

Der Schreibstil

Atmosphäre

  • Faszinierend intim und doch beklemmend Die Stimmung ist gleichermaßen voyeuristisch und verstörend, taucht einen ein in die klaustrophobischen Welten berüchtigter Diktatoren und entdeckt dabei eine überraschende Normalität in den Küchen hinter den Regimen. Eine Spannung knistert unter scheinbar banalen Gesprächen und zieht die Leser in die bedrückende und doch seltsam häusliche Atmosphäre.

  • Greifbare Angst, durchzogen von Absurdität Tägliche Rituale und kulinarische Routinen schimmern mit einer unterschwelligen Bedrohung, während Blitze von schwarzem Humor und unerwarteter Zärtlichkeit Entlastung bieten.


Prosastil

  • Journalistisch und doch kunstvoll Szabłowskis Schreibstil ist prägnant und zugänglich, gespickt mit lyrischen Momenten, die überraschen und nachklingen. Man könnte sagen: scharfe Reportage trifft auf literarisches Flair – Details sind lebendig, doch der Ton wirkt nie aufdringlich.

  • Plaudernd und vertraulich Die Stimme des Autors ist einladend und zieht die Leser durch einfühlsame Befragung und die Unmittelbarkeit der Gegenwartsform näher an seine Themen heran. Anekdoten wirken spontan, doch sind sie geschickt gewählt, um ein größeres politisches Bild zu zeichnen.

  • Unverblümte Geschichtenerzählung Momente des Horrors und der Menschlichkeit werden direkt wiedergegeben, indem Fakten ohne Melodrama, aber mit unverkennbarer emotionaler Wirkung vor den Leser gelegt werden.


Tempo

  • Straff und doch im besten Sinne mäandernd Episoden fließen schnell dahin, angetrieben durch scharfe Szenenwechsel und kurze Kapitel. Die Erzählung verweilt nicht zu lange an einem Ort und bewahrt ein Gefühl der Bewegung, das die Unvorhersehbarkeit des Lebens der Köche widerspiegelt.

  • Gelegentliche Exkurse zur Reflexion Obwohl das Tempo überwiegend hoch ist, erlaubt sich Szabłowski Abschweifungen – kurze Pausen für kulturellen oder historischen Kontext –, die oft bereichern, anstatt abzulenken, obwohl einige Leser sie als Abwege empfinden mögen.


Gesamtrhythmus und Gefühl

  • Eine Mischung aus Spannung und Empathie Das Buch hält einen in Atem, hungrig nach jeder neuen Enthüllung, während es eine echte emotionale Verbindung zu den unsichtbaren Leben fördert, die den repressivsten Führern der Geschichte dienen.

  • Perfekt für Leser, die erzählende Sachliteratur mit Herz suchen Erwarten Sie prägnante Kapitel, ein starkes Gespür für den Ort und einen Ton, der sowohl bohrend als auch fast spielerisch düster ist, immer bewusst der Grenze zwischen dem Persönlichen und dem Politischen.

Schlüsselmomente

  • Verborgene Geheimnisse, die in Präsidentenküchen brodeln
  • Die zitternden Hände eines Kochs, als Saddam Hussein den ersten Bissen kostet
  • Exquisite Rezepte, die auf erdrückende Angst vor der Hinrichtung prallen
  • Enver Hoxhas Paranoia, die eine einfache Mahlzeit in ein tödliches Ritual verwandelt
  • Intime Einblicke in die Macht – Palastklatsch, ausgetauscht über brodelnden Töpfen
  • Fidel Castros unerwartete Vorliebe für Eiscreme, selbst wenn Spione hinter jedem Herd lauern
  • Köstliche Gerichte, serviert mit einer Beilage moralischer Zweideutigkeit

Zusammenfassung der Handlung

Wie man einen Diktator füttert schildert die faszinierende Reise des polnischen Journalisten Witold Szabłowski, auf der er die persönlichen Köche von fünf berüchtigten Diktatoren des 20. Jahrhunderts aufspürt und interviewt: Saddam Hussein, Idi Amin, Enver Hoxha, Fidel Castro und Pol Pot. Durch die offenen Erinnerungen und Geständnisse dieser Köche rekonstruiert Szabłowski Szenen aus jedem Regime und enthüllt, wie es war, in der buchstäblichen und übertragenen Hitze der Macht zu dienen. Wir erleben erschütternde Momente – von der Zubereitung von Festmahlen inmitten von Säuberungen und Hinrichtungen bis hin zum Wissen, welche Gerichte ihre Chefs erfreuten oder erzürnten. Während sich die Geschichten entfalten, enthüllen die Köche nach und nach ihre eigenen Überlebensstrategien, ihre Mitschuld und ihre persönlichen Verluste; einige arrangieren sich mit ihrer Nähe zum Bösen, während andere von Schuld und Reue verfolgt bleiben. Am Ende des Buches hat Szabłowski eine überraschend persönliche, hintergründige Geschichte der Diktatur geschaffen, die zeigt, wie gewöhnliche Menschen sowohl Zeugen als auch Beteiligte historischer Gräueltaten werden.

Charakteranalyse

Die wahren „Hauptfiguren“ hier sind nicht die Diktatoren selbst, sondern ihre Köche: Menschen wie Abu Ali (Saddams Koch) und Otonde Odera (Idi Amins Koch), deren persönliche Geschichten ebenso fesselnd sind wie die politischen Ereignisse, die sie umgeben. Diese Köche werden typischerweise als loyal und findig dargestellt, doch jeder kämpft mit einzigartigen inneren Konflikten – einige ringen mit Schuldgefühlen über das, was sie ermöglichten, während andere eine pragmatische oder sogar trotzige Haltung einnehmen und sich auf das Überleben oder den beruflichen Stolz konzentrieren. Im Laufe der Zeit offenbaren die Köche vielschichtige Komplexität, eine Mischung aus Angst, Schuld und manchmal Zuneigung zu ihren Herren. Ihre Entwicklung ist subtil; anstatt dramatischer Transformationen erkennen die meisten langsam die hohen Kosten ihrer Nähe zur Macht und die Art und Weise, wie sie ihre Rollen rationalisierten.

Wichtige Themen

Ein wichtiges Thema ist die Banalität des Bösen: Szabłowski betont, wie monströse Ereignisse neben alltäglichen Routinen wie der Essenszubereitung stattfinden können, was darauf hindeutet, dass das Böse oft überlebt, indem es gewöhnlich erscheint. Moral und Mitschuld durchdringen jede Geschichte, da die Köche sich damit auseinandersetzen müssen, wo ihre Verantwortung liegt – erfüllen sie nur ihre Aufgaben, oder sind sie Ermöglicher? Das Buch befasst sich auch mit der Macht des Essens: Mahlzeiten werden zu Symbolen von Kontrolle, Rebellion und Intimität und beleuchten sowohl die Menschlichkeit als auch die Brutalität der bedienten Diktatoren. Schließlich ziehen sich Wahrheit und Überleben durch das Buch, während jeder Koch die Kompromisse und Fiktionen konfrontiert, die notwendig sind, um unter unvorstellbaren Regimen am Leben zu bleiben.

Literarische Techniken & Stil

Szabłowskis Schreibstil verbindet journalistische Recherche mit dem Flair kreativer Sachliteratur – er verwendet lebendige, sensorische Details (das Knistern einer Bratpfanne, die Anspannung eines Banketts), um die Leser in jede Küche zu ziehen. Indem er das Buch als separate Profile strukturiert, jedes mit einer eigenen Stimme und kulturellen Note, bietet er Abwechslung bei gleichzeitiger thematischer Einheit. Symbolik (wie vergiftete Mahlzeiten oder verbotene Zutaten) und Metaphern (Essen als Diplomatie, Küchen als Schlachtfelder) fügen der Erzählung reiche Ebenen hinzu. Der Autor fügt sich oft selbst in die Geschichte ein und verwendet Ich-Erzähler-Einschübe, die die Geschichte unmittelbar und persönlich wirken lassen.

Historischer/Kultureller Kontext

Angesiedelt über mehrere Jahrzehnte und Länder hinweg – von den Palästen des Irak bis zu Kubas revolutionärem Hauptquartier – erforscht das Buch die dunkelsten Kapitel der Diktatur des 20. Jahrhunderts. Der Hintergrund umfasst die Politik des Kalten Krieges, den Terror von Säuberungen und wechselnde globale Allianzen. Jede Geschichte wird von ihrer lokalen Kultur und Küche geprägt und enthüllt, wie Essen sowohl die nationale Identität als auch die eigenartigen Geschmäcker jedes Tyrannen widerspiegelt.

Kritische Bedeutung & Wirkung

Wie man einen Diktator füttert zeichnet sich durch seinen originellen Ansatz aus, indem es den scheinbar trivialen Akt des Kochens nutzt, um die komplexen Realitäten von Diktatur und persönlicher Moral zu ergründen. Weithin gelobt dafür, Geschichte intim und zugänglich zu machen, hat das Buch Diskussionen über Mitschuld und die kleinen, alltäglichen Weisen ausgelöst, wie gewöhnliche Menschen sich mit dem Bösen verstricken. Seine anhaltende Relevanz liegt in der Erinnerung daran, dass schockierende Geschichte oft abseits der Bühne, in Küchen und Korridoren, genauso wie in den großen Machtzentren stattfindet.

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Diktatoren-Geheimnisse enthüllt — Geschichte aufgetischt aus der Küche der Köche.

Was Leser Sagen

Passt zu dir, wenn

Wenn du dich gerne in wahre Geschichten verbeißt, die ganz anders sind als das Übliche, wirst du daran deine Freude haben. Ganz im Ernst, How to Feed a Dictator ist perfekt für:

  • Geschichtsfans, die nicht genug bekommen können von dem, was sich „hinter verschlossenen Türen“ abspielt – besonders wenn du die seltsame, menschliche Seite von mächtigen Persönlichkeiten kennenlernen willst, über die du sonst nur in Schlagzeilen liest.
  • Alle, die sich für Geschichten über Essen begeistern – dieses Buch ist keine Rezeptsammlung, aber es steckt voller faszinierender Erzählungen darüber, was auf den Tellern berüchtigter Diktatoren landet und was das über sie aussagt.
  • Fans von unkonventionellen Biografien oder jener Netflix-Dokuserien, die düstere Geschichten aus unerwarteten Perspektiven erzählen. Wenn dir The Dictator’s Handbook oder Midnight in Chernobyl gefallen haben, wird dies wahrscheinlich ganz nach deinem Geschmack sein.
  • Leser, die eine Mischung aus schwarzem Humor, Ernsthaftigkeit und bizarren realen Situationen schätzen – die Erlebnisse der Köche sind wild, manchmal düster, manchmal seltsam berührend.

Andererseits solltest du vielleicht lieber darauf verzichten, wenn:

  • Du eine geradlinige politische Geschichte erwartest – es gibt zwar Hintergrundinformationen, aber alles wird aus der Perspektive der Küchen erzählt. Reine Politik-Experten, hier wird euer Wunsch nach tiefgehender Analyse vielleicht nicht erfüllt.
  • Du empfindlich bist bei Geschichten, die harte Realitäten, Kriegsgebiete oder ziemlich drastische Momente beinhalten. Diese Diktatoren waren nicht gerade nette Kerle, und das Buch beschönigt die harten Fakten nicht.
  • Du einen rasanten Thriller oder einen Roman mit straffem Plot erwartest – dies ist eher episodisch und anekdotisch, mäandert von einem Leben zum nächsten.

Fazit: Wenn skurrile, verstörende und zutiefst menschliche wahre Geschichten dein Ding sind, oder wenn du Geschichten für den Abendbrottisch auf einem ganz neuen Niveau erleben willst, hol dir dieses Buch. Aber wenn du etwas Leichtes oder super Akademisches suchst, wirst du wahrscheinlich lieber darauf verzichten wollen.

Was dich erwartet

Haben Sie sich schon immer gefragt, was in den Küchen der berüchtigtsten Diktatoren der Geschichte vor sich geht? Wie man einen Diktator füttert lädt Sie ein in die geheimnisvolle, brisante Welt von fünf Leibköchen, die Saddam Hussein, Idi Amin, Enver Hoxha, Fidel Castro und Pol Pot dienten—und teilt ihre intimen, unerzählten Geschichten über das Leben hinter Palasttüren. Durch ihre Augen werden Sie die unheimliche Mischung aus Angst, Loyalität und Überleben schmecken, die mit dem Dienen der Macht einhergeht—und erhalten einen geschmackvollen Einblick, wie Essen sowohl Grausamkeit als auch Menschlichkeit im Schatten der Tyrannei widerspiegelt.

Die Hauptfiguren

  • Saddams Husseins Koch, Abu Ali: Ein loyaler Koch, der es meistert, die gefährlichen Launen eines paranoiden Diktators zu überleben. Seine Anpassungsfähigkeit und sein scharfer Verstand offenbaren die alltägliche Anspannung und die moralischen Kompromisse, die nötig sind, um einem Tyrannen zu dienen.

  • Idi Amins Koch, Otonde Odera: Ein schnell denkender Überlebenskünstler, dessen kulinarische Fähigkeiten ihn inmitten von Amins launischer Brutalität am Leben halten. Mit Witz navigiert er durch Terror und Absurdität und gewährt einen detaillierten Einblick in Amins Unberechenbarkeit.

  • Enver Hoxhas Koch, Herr Koka: Ein engagierter Profi, der Jahrzehnte im geheimnisvollen albanischen Regime überdauert. Seine Geschichte beleuchtet Repression, Isolation und die eigentümliche Loyalität, die unter einem wachsamen Diktator gefordert wird.

  • Fidel Castros Koch, Flores: Einfallsreich und leidenschaftlich, ernährt er Castro durch Lebensmittelknappheit und politische Umwälzungen. Flores’ Kreativität bringt Wärme und Menschlichkeit in die kalte Maschinerie der kubanischen Politik.

  • Pol Pots Koch, Pong: Ein widerwilliger Beteiligter, der von der Grausamkeit des Regimes heimgesucht wird und gezwungen ist, inmitten von Gewalt und Entbehrung Mahlzeiten zuzubereiten. Pongs Reise ist ein Zeugnis der Widerstandsfähigkeit und Schuld, die gewöhnliche Menschen empfinden, die in schrecklichen Umständen gefangen sind.

Ähnliche Bücher

Wenn Sie von Anthony Bourdain's Kitchen Confidential völlig gefesselt waren, werden Sie von How to Feed a Dictator fasziniert sein. Beide Bücher blicken hinter die Küchentüren, um die oft chaotische, geheime Welt des Kochens mit hohem Einsatz aufzudecken, doch Szabłowskis Erzählung fügt eine Schicht dunkler politischer Intrigen hinzu und gibt kulinarischen Handwerkern eine Stimme, die in den Orbit der berüchtigtsten Autokraten der Geschichte geraten sind. Wie Bourdains offene Geständnisse sind die Geschichten hier roh und voller unbequemer Wahrheiten – doch anstelle von Restaurantdramen geht es um nichts weniger als Leben und Tod.

Leser, die The Dictator’s Handbook von Bruce Bueno de Mesquita und Alastair Smith verschlungen haben, werden die beängstigende Realpolitik erkennen, die hier am Werk ist, doch Szabłowski vermenschlicht diese Regime, indem er sich auf die intime, oft übersehene Erfahrung der Ernährung der Mächtigen konzentriert. Während The Dictator’s Handbook die Mechanismen der autoritären Kontrolle analysiert, zeigt How to Feed a Dictator die menschliche Seite der Kosten auf und enthüllt die privaten Ängste und kleinen täglichen Rebellionen derer, die mit der Versorgung von Tyrannen betraut sind.

Als filmische Parallele greift das Buch die komplexe psychologische Spannung und persönliche Gefahr auf, die man in Serien wie The Americans findet. Eine allgegenwärtige Gefahr brodelt unter der Oberfläche, da die Köche sich durch wechselnde Loyalitäten, Geheimhaltung und die Angst, ins Kreuzfeuer politischer Stürme zu geraten, manövrieren müssen. Jedes Kapitel entfaltet sich mit der Spannung einer verdeckten Operation, wobei persönliche Offenbarungen mit einem spürbaren Gefühl der Angst verschmelzen, das Fans von Spionagedramen sofort erkennen und genießen werden.

Kritiker-Ecke

Was verrät der Geschmack der Macht über die Monster, die herrschen – und die gewöhnlichen Menschen, die sie füttern? Witold Szabłowskis How to Feed a Dictator führt uns direkt in die Küchen der berüchtigtsten Autokraten der Geschichte und fordert uns auf, die Bedeutung von Komplizenschaft, Überleben und Appetit neu zu überdenken – nicht von den Palasttoren aus, sondern aus der Speisekammer und vom Vorbereitungstisch. Es ist ein kühner Schachzug: große politische Fragen durch kleine, intime Geschmäcker zu verfolgen, wobei der Leser sowohl die Speisen als auch die moralischen Zwickmühlen dahinter zu verdauen hat.

Szabłowskis Werk ist fesselnd lesbar – sein journalistischer Hintergrund zeigt sich in seinem feinen Gespür für Dialoge, seinem meisterhaften Tempo und seinem scharfen Blick für Details. Die Erzählung springt durch Zeitzonen und Jahrzehnte, wobei die Erinnerungen jedes Kochs mit unwiderstehlicher Unmittelbarkeit miteinander verwoben sind. Seine Prosa, sparsam und doch evokativ, balanciert das Groteske und das Alltägliche aus: Beschreibungen von Delikatessen teilen sich den Raum mit den alltäglichen Ritualen einer Küche und durchdringen das Grauen mit überraschender Alltäglichkeit. Er widersteht der Versuchung, zu sensationalisieren; stattdessen vertieft er sich in die Ambiguitäten und lässt die Zeugenaussagen der Köche eher köcheln, als dass sie überkochen. Das Ergebnis ist eine bestechend persönliche Stimme – weder urteilend noch naiv, aber immer bohrend. Leser verlieren Szabłowskis Präsenz nie aus den Augen, er führt uns sanft und doch eindringlich durch rumgetränkte Gespräche und eindringliche Erinnerungen, sein verschmitzter Humor blitzt genau im richtigen Moment auf.

Thematisch brilliert das Buch, indem es unter die Oberfläche von Essen als Nahrung gräbt. Die Ernährung jedes Diktators wird zur Metapher für dessen Regime: Pol Pots asketische Rationen, Castros Rinder-Obsession, Amins fleischfressende Bravour. Doch dies ist nicht nur Trivia für Geschichtsfans – die eigentliche Substanz liegt in den widersprüchlichen Rollen der Köche als Zeugen, Ermöglicher und Überlebende. Szabłowski fragt: Kann das Füttern der Macht jemals unschuldig sein? Diese Köche sind keine gesichtslosen Rädchen; ihre Geschichten enthüllen die täglichen Verhandlungen, kleinen Rebellionen und erdrückenden Kompromisse, die das Leben unter Tyrannei prägen. Das Buch hallt in einer Welt wider, die immer noch mit Autoritarismus und der Ethik des Überlebens ringt. Es fordert uns auf, hinter den Vorhang des großen Bösen zu blicken und dessen Banalität zu betrachten – und die komplexe Menschlichkeit derer, die in seinem Schatten stehen.

Innerhalb der literarischen Sachbuchliteratur sticht How to Feed a Dictator als eine Art kulinarischer Kapuściński hervor, mit Bourdains Gespür für das Absurde, aber ohne die Selbstgefälligkeit. Szabłowskis Fähigkeit, Reiseberichte, mündliche Geschichte und psychologische Untersuchung zu verbinden, ist selten. Obwohl es flüchtige Ähnlichkeiten zu anderen Food-Memoiren gibt, verknüpfen nur wenige Bücher Geschmack, Trauma und Politik mit solch geschickter Anmut.

Doch die Stärke des Buches – seine anekdotische, interviewbasierte Struktur – ist auch eine geringfügige Schwäche. Manche Geschichten wirken verlockend unvollständig und werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Gelegentlich kann die Kürze, mit der jedes Regime behandelt wird, historische Kontexte für Leser, die mit der globalen Autokratie des 20. Jahrhunderts nicht vertraut sind, etwas unzureichend beleuchtet lassen.

Letztlich liefert Szabłowski ein erschreckendes, unvergessliches Festmahl – das herausfordert, unterhält und weit länger nachwirkt als jede Mahlzeit. Schwungvoll, aufschlussreich und beunruhigend relevant – dies ist Food-Writing mit Biss und Gewissen.

Was andere sagen

C. Schmidt

Wie kann ein Koch mit so viel Blut an den Händen trotzdem noch pünktlich zum Sonntagskaffee erscheinen? Besonders Pol Pots Koch verfolgt mich – sein Schweigen spricht Bände über unsere deutsche Vergangenheitsbewältigung.

K. Schmid

Wer hätte gedacht, dass man bei der Schilderung von Pol Pots Kochgewohnheiten plötzlich an einem Sonntagmorgen beim Kaffee und Kuchen die eigene deutsche Vergangenheitsbewältigung reflektiert? Dieses Buch zwingt einen, Heimat ganz neu zu definieren.

B. Berger

Wie absurd: Während ich im sonntäglichen Kaffeedunst Kuchen schnitt, las ich wie Saddam Husseins Koch mit dem Leben jonglierte. Die groteske Nähe von Macht und Mahlzeiten – wie kann ein Buch so beiläufig politisch und doch so verstörend sein?

C. Roth

irgendwie bleibt mir die figur von pol pots koch im kopf hängen – dieser stille, fast geisterhafte mensch, der überleben lernte, indem er einfach nur kochte, als wäre die küche ein schutzraum gegen den wahnsinn draußen. erschreckend und faszinierend.

P. Brunner

Vergangenheitsbewältigung auf dem Teller: Wer hätte gedacht, dass ein Kochbuch zur dunklen Seite der Macht so verstörend wirken kann? Nach Pol Pots Reisgericht konnte ich nicht mehr einschlafen – als ob die DDR-Kantine plötzlich zur Folterkammer mutiert wäre.

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Absolut! Aber ich muss wissen, auf welches Land oder welchen kulturellen Kontext ich mich für diese Analyse konzentrieren soll. Könnten Sie das Land oder die Region genauer angeben?

Zum Nachdenken

Bemerkenswerte Leistung:

Wie man einen Diktator füttert hat internationale Leser in seinen Bann gezogen mit seiner einzigartigen Mischung aus kulinarischem Memoir und politischer Geschichte und dabei bedeutende interkulturelle Diskussionen über das Privatleben berüchtigter Diktatoren ausgelöst. Das Buch erhielt weitreichendes Lob, wurde in über 20 Sprachen übersetzt und kam auf die Longlist für den Baillie Gifford Preis für Sachbücher 2020, was seinen wachsenden Einfluss und seine Anerkennung in der globalen Literaturgemeinschaft unterstreicht.

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