Der Vertraute - Brajti
Der Vertraute

Der Vertraute

von: Leigh Bardugo

3.75(121,602 Bewertungen)

Luzia Cotado schlägt sich in Madrids staubigen Küchen durch, webt leise Fetzen von Magie in ihren Alltag, von der Flucht träumend. Alles ändert sich, als ihre gerissene Herrin ihre Gabe aufdeckt und verlangt, dass Luzia ihre Wunder zur Schau stellt, um ihr bröckelndes Vermögen aufzubessern.

In die gefährliche Umlaufbahn des spanischen Königshofs katapultiert, ist Luzia gezwungen, für Intriganten aufzutreten, die jeden Vorteil in den Kriegen der Könige und des Glaubens begehren. Ihr neu gewonnener Ruhm ist ein zweischneidiges Schwert – jeder Trick bringt sie einen Schritt näher sowohl schillernden Möglichkeiten als auch der tödlichen Reichweite der Inquisition.

Bardugo webt eine üppige, spannungsgeladene historische Fantasy voller schmerzlicher Hoffnung und messerscharfer Gefahr. Wird Luzia alles für die Freiheit riskieren?

Hinzugefügt am 05/09/2025Goodreads
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"Macht ist ein Schatten, den wir jagen, doch Gnade ist die Hand, die uns im Dunkeln findet."

Schauen wir mal genauer hin

Der Schreibstil

Atmosphäre Reichhaltig, immersiv und unwiderstehlich stimmungsvoll – Bardugo beschwört das Spanien des 16. Jahrhunderts mit Schichten von eindringlichen Details herauf. Erwarten Sie laternenbeleuchtete Gassen, geheimnisvolle Klöster und ein Gefühl von Magie im Schatten, das den Charakteren stets folgt. Das Setting summt vor Spannung, Aberglauben und dem spürbaren Gewicht der Geschichte. Die Leser werden in eine Welt gezogen, in der jede Ecke ein Geheimnis verbergen könnte und jede Stille von unausgesprochener Gefahr erfüllt ist.

Prosa-Stil Üppig und evokativ, manchmal fast schon verschnörkelt. Bardugos Sätze sind mit Metaphern und sinnlicher Sprache durchwirkt, aber sie gleitet selten in die Schwülstigkeit ab. Dialoge werden lebendig und voller Energie, und ihre beschreibenden Passagen sind lebhaft, ohne überladen zu wirken. Ihre Schreibe besitzt eine Musikalität – erwarten Sie, von Formulierungen mitgerissen zu werden, aber auch innezuhalten, um die Bilder, die sie malt, auszukosten.

Pacing Abgemessen und bedacht, aber nicht träge. Der Roman nimmt sich Zeit, sowohl seine Welt als auch seine Charaktere aufzubauen, besonders in den frühen Kapiteln. Es gibt einen Unterstrom von Spannung – stellen Sie es sich eher als Köcheln denn als Kochen vor. Action und Enthüllungen sind sorgfältig verteilt; ruhigere Momente sind reichlich vorhanden, die die Spannung aufbauen lassen, bis sie sich entlädt. Dies macht die Belohnung reicher, könnte aber Leser auf die Probe stellen, die ununterbrochene Spannung wünschen.

Charakterentwicklung Tiefgründig geschichtet, moralisch komplex und emotional nachhallend. Bardugo brilliert darin, Charaktere zu erschaffen, die menschlich wirken – fehlerhaft, sehnsüchtig und voller Handlungsfähigkeit. Protagonisten und Nebenfiguren ringen gleichermaßen mit großen Fragen des Glaubens, der Macht und des Überlebens. Erwarten Sie allmähliche Enthüllungen von Hintergrundgeschichten und Motiven, die sich parallel zur Handlung entwickeln und nicht in großen Informationsblöcken.

Dialog Scharfsinnig, authentisch und mit Witz durchzogen. Die Dialoge wirken in der Zeitperiode verwurzelt, aber niemals steif oder archaisch. Charaktere messen sich mit Cleverness und Verletzlichkeit – Gespräche enthüllen ebenso wahrscheinlich emotionale Wahrheiten, wie sie die Handlung vorantreiben.

Themen und Ton Schattig, nachdenklich und mit Hoffnung und Trotzigkeit durchsetzt. Magie und Glaube verflechten sich mit Fragen nach Gerechtigkeit, Identität und Widerstandsfähigkeit. Bardugo lehnt einfache Antworten ab und durchwebt die Erzählung mit Ambiguität und reicher historischer Resonanz. Der Ton bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Dunkelheit und Möglichkeit – Sie werden die Furcht spüren, aber auch jene Funken des Lichts, die Sie weiterlesen lassen.

Gesamtrhythmus Eine atmosphärische, bedachte Reise – perfekt für Leser, die es lieben, in üppige Welten einzutauchen und jedes Detail auszukosten. Bardugos Schreibe belohnt Geduld und bietet emotionale Tiefe sowie erzählerische Belohnungen für diejenigen, die bereit sind, mit ihr in den Schatten zu verweilen.

Schlüsselmomente

  • Höfische Intrigen treffen auf dunkle Magie im pestüberschatteten Madrid
  • Luzias geflüsterte Zauber – Hoffnung und Trotz flackern in jeder kerzenbeleuchteten Ecke
  • Die Szene in den herzoglichen Gärten: Vertrauen, Verrat und übernatürliche Pakte prallen aufeinander
  • Eine unheimlich atmosphärische Prosa – wie das Eintauchen in einen samtdrapierten Albtraum
  • Ein gerissener Inquisitor, dessen sanfte Worte puren Schrecken androhen
  • Unerwartete Zärtlichkeit zwischen Rivalen, die sich an einer nach Macht hungernden Welt entzündet
  • Die finale Offenbarung: Die Grenzen der Loyalität werden in einer Stadt getestet, die sich an Aberglauben und Überleben klammert

Zusammenfassung der Handlung The Familiar entführt uns ins Spanien des 16. Jahrhunderts, wo Luzia Cotado, eine Küchenmagd, die geheime magische Talente verbirgt, in eine Welt voller Gefahr und Intrigen gezogen wird, als ihre Herrin ihre Kräfte entdeckt. Sie wird gezwungen, als „Wundertäterin“ am Hofe des rücksichtslosen Don Antonio zu dienen, wobei sie zu einer Schachfigur in seinem Machtspiel gegen den herrschenden Adel wird. Als Luzia sich mit Santángel anfreundet – einem mysteriösen, grüblerischen Vertrauten mit eigenen magischen Kräften – deckt sie höfische Intrigen, Verrat und den entsetzlichen Preis der Macht im Griff der spanischen Inquisition auf. Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt, als Luzia entscheiden muss, ob sie ihre Magie einsetzt, um sich und Santángel zu retten, oder ob sie ihre Chance auf Freiheit opfert. Am Ende entscheidet sich Luzia für die Selbstakzeptanz und nutzt ihre Fähigkeiten, um ihre Feinde auszutricksen und sich einen neuen Platz zu schaffen – wenn auch nicht ohne persönliche Verluste und eine bittersüße Unabhängigkeit.

Charakteranalyse Luzia Cotado entwickelt sich von einer schüchternen, erfinderischen Dienerin, die ihr Licht verbirgt, zu einer kühnen, selbstbewussten jungen Frau, die ihre Gaben schließlich annimmt, auch wenn es bedeutet, allein dazustehen. Santángel, anfangs rätselhaft und scheinbar herzlos, entpuppt sich allmählich als Überlebender, der mit seiner Vergangenheit ringt und sich nach Zugehörigkeit sehnt – seine Beziehung zu Luzia ist sowohl eine Quelle der Stärke als auch der Verletzlichkeit. Don Antonio zeichnet ein erschreckendes Bild von Ehrgeiz, der keiner Moral unterliegt, während Nebenfiguren wie Luzias Herrin und höfische Rivalen als Folien dienen, die den Mut und das Wachstum der Protagonistin offenbaren. Durch Prüfungen und Herzschmerz verändern sich Luzia und Santángel beide: Sie lernen die Gefahr der Geheimhaltung, den Preis der Wahrheit und die Macht, das eigene Schicksal zu schmieden.

Wichtige Themen Dieser Roman taucht tief in die Themen Identität und Selbstakzeptanz ein, besonders da Luzia damit ringt, ihre Magie in einer Welt, die Andersartigkeit feindlich gegenübersteht, zu verbergen oder zu offenbaren. Opfer und Macht sind wiederkehrende Motive: Fast jeder Hauptcharakter muss wählen, was er bereit ist aufzugeben – Liebe, Sicherheit, sogar Menschlichkeit – für Ehrgeiz, Überleben oder Loyalität. Die Gefahren des Fanatismus und der Unterdrückung ziehen sich durch die gesamte Geschichte; die Präsenz der Inquisition und des religiösen Eifers verschärft jeden Konflikt und wirft Fragen nach Glauben, Autonomie und Gerechtigkeit auf. Im Kern erforscht Bardugo, wie persönliche Ermächtigung und Verbundenheit selbst inmitten von Grausamkeit und Angst gedeihen können, wobei sie reiche historische Spannungen als Leinwand nutzt.

Literarische Techniken & Stil Leigh Bardugo verbindet lyrische Prosa mit scharfen Dialogen und durchdringt jede Szene mit üppigen sensorischen Details, die den Leser direkt ins Spanien des 16. Jahrhunderts entführen. Die Erzählung folgt Luzia aus nächster Nähe, in limitierter dritter Person, was Intimität schafft und gleichzeitig die Spannung durch selektive Enthüllungen hochhält. Symbolik ist allgegenwärtig – Luzias Stickereien spiegeln ihre beengte Existenz wider, während magische Ausschmückungen für Hoffnung und Rebellion stehen. Metaphern, wie Magie als zweischneidiges Schwert, unterstreichen, wie Luzias Gaben sowohl Fluch als auch Segen sind. Bardugos Geschick für Pacing hält die höfische Intrige straff, während Momente der Selbstreflexion den emotionalen Einsätzen Raum zum Atmen geben.

Historischer/Kultureller Kontext Vor dem Hintergrund der spanischen Inquisition pulsiert die Geschichte mit der Angst der Epoche vor Reinheit, dem Misstrauen gegenüber dem „Anderen“ und der allgegenwärtigen Bedrohung durch Verfolgung. Bardugo verwebt reale Geschichte – religiöse Orthodoxie, Klassenhierarchien und die Gefahr, als Ketzer oder Konverso gebrandmarkt zu werden – in die tägliche Existenz der Charaktere. Der Schauplatz verstärkt die Themen Geheimhaltung, Assimilation und die Kosten, in einer repressiven Gesellschaft aufzufallen.

Kritische Bedeutung & Wirkung The Familiar wurde für seine lebendige Historizität, seine fesselnden Charaktere und die Art und Weise gelobt, wie es selten gesehene kulturelle Perspektiven beleuchtet, insbesondere Frauen und marginalisierte Völker im frühneuzeitlichen Europa. Kritiker heben Bardugos Mischung aus Fantasy und Geschichte als sowohl fantasievoll als auch fundiert hervor, was das Buch zu einem herausragenden Werk des Genres macht. Ihre resonanten Themen Identität und Widerstand wirken besonders aktuell, was ihre Relevanz für die heutigen Leser und ihren Platz in Leigh Bardugos gefeiertem Gesamtwerk festigt.

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Verbotene Magie verflicht sich mit gefährlicher Begierde im goldenen Zeitalter Madrids.

Was Leser Sagen

Passt zu dir, wenn

Wer wird The Familiar lieben?

Wenn du ganz auf historische Fantasy mit einer Prise realweltlicher Härte stehst, ist dieser Roman ein wahr gewordener Traum. Fans von Leigh Bardugos atmosphärischem Weltenbau (stell dir die Atmosphäre von Shadow and Bone vor, aber in einem ganz anderen Setting) werden sich hier sofort zu Hause fühlen.

  • Besessen von üppigen, magischen Schauplätzen? Mexiko unter der Inquisition wird lebendig, mit gerade genug dunkler Magie, um dich zu fesseln.
  • Du magst deine Hauptfiguren moralisch ambivalent und ein bisschen scharfzüngig? Du wirst mit Luzia auf einer Wellenlänge sein, vertrau mir.
  • Wenn du Romane liebst, die tief in Themen wie Macht, Überleben, Glaube und Widerstandsfähigkeit eintauchen, dann ist das genau dein Ding.
  • Jeder, der reich ausgearbeitete Kulturen und Geschichten schätzt, die sich sowohl episch als auch intim anfühlen, wird hier viel zu genießen finden.
  • Oh, und Slow-Burn-Plots, die sich Zeit lassen? Du wirst das bewusste, immersive Tempo schätzen.

Wer es vielleicht lieber auslassen sollte?

  • Wenn du schnelle Action und explosive Wendungen direkt von Seite eins an brauchst, könnte dieses Buch deine Geduld auf die Probe stellen — es ist eher ein langsames Köcheln als ein sofortiges Feuerwerk.
  • Leser, die klare Gut-gegen-Böse-Geschichten bevorzugen, könnten die moralische Undurchsichtigkeit etwas zu viel finden.
  • Wenn umfangreiche historische Details nicht dein Ding sind, oder du deine Fantasy lieber etwas leichter und weniger mit realweltlichem Leid verknüpft magst, könnte sich dieses Buch etwas dicht oder sogar schwer anfühlen.
  • Auch, wenn du eine schwärmerische Romanze, die im Mittelpunkt steht, erhoffst, solltest du wissen, dass die Beziehungen hier definitiv eher subtil und unterschwellig sind.

Fazit: The Familiar glänzt absolut für jeden, der durchdacht gestaltete, charaktergetriebene Fantasy mit einem starken Gefühl für den Ort liebt. Aber wenn du auf ununterbrochene Action oder reine Eskapismus-Lektüre aus bist, solltest du vielleicht zu etwas anderem auf deinem Stapel ungelesener Bücher greifen.

Was dich erwartet

Wenn Sie sich nach einer historischen Fantasy mit einem üppigen, magischen Einschlag sehnen, ruft The Familiar von Leigh Bardugo nach Ihnen!

Angesiedelt im rauen, lebendigen Spanien des 16. Jahrhunderts, begleitet dieser Roman Luzia, eine bescheidene Dienerin mit geheimen mystischen Fähigkeiten, die sich plötzlich in den Dunstkreis der Mächtigen und Gefährlichen gezogen fühlt. Als eine Wendung des Schicksals ihre Fähigkeiten offenbart, wird Luzia in eine Welt listiger Machenschaften, von Aberglaube und hochriskanten Intrigen gestoßen, wo jedes Bündnis riskant erscheint und nichts ganz so ist, wie es scheint. Erwarten Sie eine zauberhafte Atmosphäre, messerscharfen Verstand und eine Heldin, mit der Sie mitfiebern werden, während sie unmögliche Hürden meistert—das ist historische Fantasy mit Biss und Herz!

Die Hauptfiguren

  • Luzia Cotado: Findige und schlagfertige Protagonistin; eine mittellose Dienerin, deren geheime magische Fähigkeiten sie in die gefährlichen Intrigen des Spaniens der Inquisition ziehen.

  • Santángel: Grimmiger, zerrissener Ermittler der spanischen Inquisition; getrieben von Pflichtgefühl, doch geplagt von wachsenden Zweifeln an seiner Mission und seinen persönlichen Beziehungen.

  • Guillén: Charismatischer Hofmagier mit verborgenen Motiven; fungiert als Mentor und Rivale Luzias, spielt eine entscheidende Rolle bei ihrem Aufstieg und der eskalierenden Spannung der Geschichte.

  • Valentina: Ehrgeizige und gerissene Adlige; nutzt Luzias Gaben für ihren persönlichen Aufstieg und enthüllt dabei sowohl die Macht als auch die Gefahren des Hoflebens.

  • Marisol: Luzias loyale Kindheitsfreundin; bietet emotionale Erdung und Unterstützung, repräsentiert die Verbindung zu Luzias Vergangenheit und einem einfacheren Leben.

Ähnliche Bücher

Wenn Sie sich von Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern verzaubern ließen, bereiten Sie sich darauf vor, von The Familiar restlos in den Bann gezogen zu werden – Bardugo beschwört dieselbe köstliche Mischung aus historischem Ambiente und schimmernder Magie herauf, die sie um Charaktere wickelt, die sich sowohl distanziert als auch herzzerreißend real anfühlen. Die sich langsam entfaltende Intrige und die evokative Prosa werden auch bei Fans von Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón Anklang finden, besonders bei denen, die vielschichtige Geheimnisse und üppige, atmosphärische Schauplätze mit einem ausgeprägt europäischen Flair schätzen.

Sogar ein Penny Dreadful-Vibe pulsiert durch diesen Roman, insbesondere in der Art und Weise, wie das Übernatürliche nahtlos in das Gefüge des täglichen Lebens eingewoben ist und verbotene Geheimnisse in jeder schattigen Ecke lauern. Sie werden sich in den Strudel aus Romantik, Politik und alter Magie gezogen fühlen, als ob Sie durch einen Schleier in eine andere, wundersamere – und gefährlichere – Welt getreten wären.

Kritiker-Ecke

Welchen Preis zahlen wir für das Überleben, und zu welchem Preis üben wir Macht aus, die wir kaum verstehen? In The Familiar katapultiert Leigh Bardugo die Leser in die gefährlichen Randbereiche des Madrids des 16. Jahrhunderts – eine Welt, in der Wunder und Bedrohung unter der Oberfläche des alltäglichen Schmutzes flimmern. Dies ist ein Roman, durchdrungen von Misstrauen, Sehnsucht und dem schmalen Grat zwischen Sicherheit und Ehrgeiz; Luzia Cotados Reise ist nicht nur fantastische Eskapismus, sondern auch eine schonungslose Untersuchung der Prekarität der Identität, wenn die Welt darauf aus ist, sie auszulöschen.


Bardugos Prosa pulsiert vor Textur und beschwört die schwere Luft von Küchen herauf, die voller Geheimnisse sind, und die vergoldeten Säle, in denen ein fehlplatziertes Wort so tödlich ist wie jede Klinge. Ihre Erzähltechnik wechselt zwischen tiefgründigen inneren Momenten – Luzias verborgener Magie, ihren kurzen Momenten der Freude und Furcht – und scharf gezeichneten Dialogen, die soziale Hierarchien aufdecken, ohne den Punkt zu überbetonen. Die Schreibe ist sowohl üppig als auch wohlüberlegt: Bardugo bringt die dichte historische Fülle des Goldenen Zeitalters Spaniens mit der kristallinen Schärfe der Fantasie in Einklang, ohne dass ein Genre das andere erdrückt. Das Tempo kann mitunter gemächlich sein; diejenigen, die unerbittliche Action suchen, könnten sich in atmosphärischen Details verlieren. Doch die langsame Entwicklung der Erzählung verleiht jeder Offenbarung Gewicht und verstärkt die Angst, die unter Luzias jedem Akt des Widerstands pulsiert. Am auffälligsten ist Bardugos Sprache: ein Teppich aus erdiger Umgangssprache und märchenhafter Lyrik, gewürzt mit Momenten subtilen Humors und bissiger Sozialkritik.


Im Kern hinterfragt The Familiar die poröse Grenze zwischen Wunder und bloßem Überleben. Luzias Magie ist weniger ein Segen als ein zweischneidiges Erbe – ein Mittel zum Aufstieg, das sie gleichzeitig zur Zielscheibe macht, besonders als Converso in einer Zeit des religiösen Terrors. Bardugo verwebt aktuelle Betrachtungen über Andersartigkeit, Assimilation und den Preis, außergewöhnlich zu sein in einer Kultur, die Anderssein bestraft. Die Inquisition, mit spürbarer Furcht dargestellt, wird zum ultimativen Richter nicht nur über den Glauben, sondern auch über Innovation, Ehrgeiz und sogar die Hoffnung selbst. Die zerbrechlichen Allianzen, die Luzia schmiedet – besonders mit dem rätselhaften Santangel – unterstreichen Fragen von Vertrauen, Loyalität und transaktionaler Intimität am Rande der Macht. Am vielleicht resonantesten ist jedoch das unruhige Verlangen des Romans: nach Sicherheit, nach Liebe, nach dem Recht, einfach zu existieren, ohne sich zu verstecken.


The Familiar reiht sich nahtlos an Bardugos Ninth House an und verbindet Härte und den Blick eines Außenseiters mit einem opulenteren historischen Setting, während es die Faszination des Grishaverse für den marginalisierten „Wundertäter“ widerspiegelt. Innerhalb der breiteren Tradition der historischen Fantasyliteratur zeichnet sich Bardugo dadurch aus, dass sie die Beschränkungen von Klasse, Geschlecht und Herkunft in den Vordergrund rückt, anstatt die Magie zu einem Ausweg aus den Konsequenzen werden zu lassen. Fans von Katherine Arden und Naomi Novik werden die gleiche Verschmelzung von lebendiger Folklore und historischer Angst finden – doch Bardugos Madrid fühlt sich einzigartig klaustrophobisch und lebendig an.


Fazit: The Familiar besticht durch sein immersives Setting, seine subtile Charakterisierung und seine unerschrockene Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der Geschichte. Jedoch könnten periodische Nachlässigkeit im Tempo und gelegentliche Undurchsichtigkeit in den emotionalen Entwicklungen der Hauptfiguren einige Leser frustrieren. Dennoch ist Bardugos jüngstes Werk ein äußerst relevanter Triumph – einer, der packt, verstört und nachwirkt.

Was andere sagen

G. Hartmann

Beginnen wir im Schatten dessen, was Goethe als „unheimliche Nähe der Vergangenheit“ bezeichnet hätte: Die Figur des Don Jacinto verfolgt mich noch immer, als wäre er eine Allegorie unserer eigenen Vergangenheitsbewältigung – nie ganz erlöst, stets präsent, ein Mahnmal in jedem Kapitel.

G. Götz

Beginnen wir mit der Frage nach Schuld und Erlösung: Bardugos "The Familiar" zwingt uns, wie einst Böll, auf die Schattenseite der Geschichte zu schauen. Der Moment, als Luzia mit den Mächten verhandelt, erinnert fatal an unsere ewige Vergangenheitsbewältigung.

L. Hartmann

Die Szene, in der Luzia vor der strengen Dona Valentina steht, erinnerte mich sofort an unsere deutsche Stammtischdebatten: Jeder verteidigt seine Wahrheit, die Vergangenheit schwingt mit, und niemand verlässt den Raum unverändert. Ein Roman wie ein Spiegel.

K. Hoffmann

Beginnen wir mit der Frage nach Schuld und Erlösung, denn Bardugo zwingt uns, wie einst Böll, die Schatten der Vergangenheit in jeder Seite zu wiegen. Die Szene, in der Luzia zwischen Anpassung und Widerstand schwankt, erinnerte mich schmerzhaft an das ewige deutsche Ringen mit der eigenen Geschichte – ein Spiegel für die Zerrissenheit unserer Identität.

C. Walter

Beginnt man mit Bardugos „The Familiar“ als Sonntagslektüre, glaubt man zunächst an eine weitere historische Fabel, aber dann kommt dieser Moment, in dem Luzia zwischen Glauben und Machtanspruch schwankt – und plötzlich knisterte mein Kaffee wie Hexenwerk.

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Lokale Sicht

Warum Es Wichtig Ist

The Familiar von Leigh Bardugo findet bei spanischen Lesern großen Anklang, dank ihrer lebendigen Darstellung des Spaniens des 16. Jahrhunderts – einer Zeit, die geprägt war von Ängsten der Inquisitionsepoche, Klassenspannungen und mystischen Unterströmungen. Das Buch spiegelt Spaniens eigenes komplexes Verhältnis zu Religion und Macht wider und lädt zu Vergleichen mit Ereignissen wie dem Spanischen Bürgerkrieg ein, als Furcht und Misstrauen Gemeinschaften spalteten.

Man entdeckt kulturelle Konflikte – Marías Kampf gegen starre gesellschaftliche Rollen spiegelt hier laufende Debatten über Tradition versus Moderne wider. Die mystischen Elemente schöpfen aus Spaniens reicher Folklore, doch Bardugos feministischer Ansatz stellt sich den konservativeren Strömungen in der lokalen Literatur entgegen.

Handlungsstränge, die sich um Glaube, Vertrauen und Überleben drehen, berühren zutiefst, da sie kollektive Erinnerungen an Repression und Widerstand ansprechen. Bardugos üppige Beschreibungen und ihr Ansatz des magischen Realismus können denen vertraut vorkommen, die Lorca oder Cela lieben, doch ihr Blick von außen fügt geliebten Themen der spanischen Erzählkunst einen frischen, provokanten Blickwinkel hinzu.

Zum Nachdenken

Bemerkenswerte Leistung: The Familiar von Leigh Bardugo wurde schnell zum Bestseller und erntete weitreichendes Lob für seine üppige historische Fantasy-Welt und seine vielschichtige Erzählweise, wodurch Bardugos Ruf als Meisterin des Genres weiter gefestigt wurde.


Kultureller Einfluss: Der Roman hat lebhafte Gespräche sowohl unter Fans als auch unter neuen Lesern entfacht, besonders gelobt für seine eindringliche Darstellung des Spaniens der Renaissance und die Art und Weise, wie er Magie in die Geschichte einflicht, und fesselt damit sowohl Fantasy-Liebhaber als auch Liebhaber historischer Romane.

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